Sevilla-Reiseführer: Sehenswürdigkeiten, Tapas und die beste Reisezeit
Reisetipps
Reisetipps
Orangenbäume gesäumte Gassen, die auf Königspaläste zulaufen, Sonne auf dem Guadalquivir, Flamenco in gekachelten Innenhöfen und Tapasbars, die seit Generationen andalusisch kochen. Sevilla hat alles, was ein Städtetrip braucht: Geschichte, Kultur und eine Schönheit, die sofort ins Auge fällt.
Ob Sie zufällig auf eine versteckte Kirche stoßen, sich auf einem Markt unter die Einheimischen mischen oder auf einer Dachterrasse einen gekühlten Orangenwein trinken – in diese Stadt verliebt man sich schnell.
Hier finden Sie alles, was Sie für die Reiseplanung brauchen.
Von Königspalästen bis zu zeitgenössischer Architektur – Sevilla bietet ein beeindruckendes Programm. Das sollten Sie nicht auslassen:
Der Real Alcázar ist die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt – auch ohne seinen Auftritt in Game of Thrones. Eine Mischung aus islamischem, mudéjarem, gotischem und Renaissance-Stil, allein wegen der Architektur einen Besuch wert. Schauen Sie sich die Fliesenarbeiten genau an, gehen Sie durch die Innenhöfe und nehmen Sie sich Zeit für die Gärten mit ihren Palmen und geschnittenen Hecken.
Das zweite große Wahrzeichen der Stadt: ein riesiger Halbkreis, auf dem spontan Flamenco getanzt wird und Pferdekutschen über das sonnenheiße Pflaster fahren. Bunte Keramik, ein Kanal, der das Hauptgebäude umschließt, und eine Dimension, die beeindruckt. Erbaut wurde der Platz 1929 für die Iberoamerikanische Ausstellung nach Plänen von Aníbal González, im Stil zwischen Neorenaissance und Mudéjar.
Suchen Sie die Fliesenbänke, die jeder spanischen Provinz gewidmet sind, mieten Sie ein Ruderboot und lassen Sie die Atmosphäre auf sich wirken.
Danach entkommen Sie dem Trubel im Parque de María Luisa, mit Keramikbänken, Teichen und schattigen Alleen – sehr willkommen, sobald es heiß wird.

Ohne die größte gotische Kathedrale der Welt gesehen zu haben, war man nicht wirklich in Sevilla. Von außen beeindruckend, innen noch mehr: gewaltige Gewölbe, Kapellen und ein Hauptaltar von außergewöhnlicher Feinheit. Besuchen Sie das Grab von Christoph Kolumbus und den Orangenhof Patio de los Naranjos, und steigen Sie anschließend auf die Giralda, das frühere Minarett. Nach oben geht es über Rampen statt Treppen, und die Aussicht entschädigt für die Mühe.
Direkt am Guadalquivir gelegen, wurde dieser Wachturm aus dem 13. Jahrhundert zur Verteidigung der Stadt errichtet. Heute beherbergt er ein kleines Schifffahrtsmuseum und eine Dachterrasse mit Blick über den Fluss. Ein guter Zwischenstopp, bevor Sie ans andere Ufer nach Triana gehen.
Auch Metropol Parasol genannt, bricht diese riesige Holzkonstruktion in Pilzform vollständig mit dem historischen Sevilla. Gehen Sie über den Steg nach oben auf die Aussichtsplattform. Besonders gut funktioniert der Ort abends: ringsum Bars und Restaurants, und nachts beleuchtet die Lichtinstallation Aurora die Struktur.

Lust auf mehr als die Hauptsehenswürdigkeiten? Diese Orte lohnen sich:
Bei so vielen Palästen geht dieser leicht unter – zu Unrecht. Der historische Stadtpalast aus dem 15. und 16. Jahrhundert ist heute ein Museum, mit einem wunderschönen andalusischen Innenhof und einer der bedeutendsten privaten Sammlungen römischer Mosaiken.
Den besten Blick auf die Giralda haben Sie vom Patio de Banderas, einem Hof zwischen Alcázar und Santa Cruz. Von Orangenbäumen gesäumt, ist er ideal, um sich zu orientieren, bevor Sie im Gassengewirr verschwinden.
Nur einen Steinwurf von der Kathedrale entfernt und trotzdem leicht zu übersehen. Ein halbrunder Platz mit Fresken an den Arkaden, überraschend ruhig für diese Lage. Kommen Sie an einem Sonntagvormittag, wenn hier ein kleiner Sammlermarkt stattfindet.

Flamenco muss man in Sevilla nicht lange suchen – man sieht ihn sogar auf der Straße, in den touristischen Ecken. Für etwas Authentischeres lohnt aber ein alteingesessener Ort wie La Carbonería, versteckt in den Gassen von Santa Cruz. Etwas bestellen, hinsetzen, den Raum sich füllen lassen.
Sevilla ist eine Tapas-Stadt, mit Bars an praktisch jeder Ecke. Die Grundregel: meiden Sie die direkte Umgebung der Sehenswürdigkeiten, dort zahlt man mehr für weniger. Jenseits des Flusses hat Triana gute Adressen – Bar Triana oder Bar La Corrala – und sonst hilft schlicht Umherlaufen und die Tafel wählen, die am besten aussieht.
Im Zentrum ist die Bar Alfalfa eine sichere Wahl; und wenn Sie eine der ältesten Tavernen der Stadt wollen, El Rinconcillo – Wartezeit einkalkuliert.
Über Jamón ibérico und Tortilla hinaus sollten Sie das Örtliche probieren: Solomillo al whisky, Schweinefilet in Knoblauch-Whisky-Sauce; Espinacas con garbanzos, ein Eintopf aus Spinat und Kichererbsen; Rabo de toro, geschmorter Ochsenschwanz in Rotwein; und im Sommer eine gut gekühlte Salmorejo. Dazu ein Orangenwein oder ein Manzanilla.
Tipp: Wer nichts planen möchte, bucht eine geführte Tapas-Tour und lernt an einem Abend mehrere Bars kennen.

Planen Sie ein paar Stunden ein, um durch das ehemalige jüdische Viertel zu schlendern. Ein Labyrinth schattiger Gassen, die auf baumbestandene Plätzchen münden, mit Blumen, die über die Balkone quellen. Kommen Sie früh am Morgen, um den Reisegruppen zu entgehen – oder abends, wenn die Tapasbars öffnen und die Laternen das Kopfsteinpflaster beleuchten.
Der Mercado de Triana ist Pflicht: frisches Gemüse, Fleisch und Fisch, dazu Theken, an denen man gleich isst. Schauen, probieren, zusehen.
Ebenfalls sehenswert: der Mercado de la Calle Feria, der Mercado de la Encarnación und der Mercado del Arenal. Und für etwas anderes El Jueves, der älteste Freiluftmarkt der Stadt, jeden Donnerstag, mit Antiquitäten und Trödel.
Santa Cruz ist wunderschön und gerade deshalb voll. Wer es ruhiger mag, geht nach San Lorenzo: ein Wohnviertel mit engen Straßen, Nachbarschaftskneipen und traditionellen Stadthäusern. Auch hier gibt es Sehenswertes, von der Basílica de Jesús del Gran Poder bis zur Kirche San Lorenzo.
Kommen Sie abends wieder, wenn das Viertel richtig lebendig wird, vor allem rund um die Alameda de Hércules, wo die Terrassen auf die Straße reichen.
An Dachterrassen mangelt es Sevilla nicht – ideal für einen Drink zum Sonnenuntergang. Es gibt die bekannten wie La Terraza del EME direkt gegenüber der Kathedrale oder das Ático Sevilla mit weitem Blick, und als ruhigere Alternative das Dach des Hotel Convento la Gloria.

Jedes Viertel hat seinen eigenen Charakter, es kommt also darauf an, was Sie suchen. Santa Cruz ist eine der besten Adressen für den ersten Besuch, weil alles fußläufig liegt – die Beliebtheit hat allerdings ihren Preis: mehr Betrieb und teurere Unterkünfte.
Alfalfa und Alameda passen, wenn Sie Leben wollen, ohne in Santa Cruz zu wohnen; El Arenal bringt Sie nah an die Sehenswürdigkeiten, ohne mitten im Touristenzentrum zu sein. Ruhiger und einheimischer wird es in San Lorenzo und Triana.
| Viertel | Warum hier übernachten | Was zu bedenken ist | Ideal für |
|---|---|---|---|
| Santa Cruz | Kopfsteingassen, schöne Plätze, viel Leben, Sehenswürdigkeiten direkt vor der Tür | Eines der touristischsten und belebtesten Viertel, höhere Übernachtungspreise | Erster Besuch, Sightseeing |
| El Arenal | Zentral und nah an den Hauptattraktionen | Lebhaft und in der Hochsaison teurer | Alles in Reichweite haben |
| Alfalfa | Lebendiges Viertel mit Läden und Restaurants, nah an den Setas und der Casa de Pilatos | Abends je nach Lage laut | Essen, Einkaufen, Ausgehen |
| San Lorenzo | Ruhiges Wohnviertel mit lokaler Atmosphäre | Etwas weiter von den Sehenswürdigkeiten, aber zu Fuß erreichbar; günstiger | Ruhiger Aufenthalt, Paare, Familien |
| Alameda | Alternatives Viertel mit unabhängigen Cafés, Bars und Läden | Sehr lebhaft und nachts laut | Ausgehen, Essen, jüngeres Publikum |
| Triana | Traditionelles Viertel mit Tapasbars und Blick auf den Fluss | Jenseits des Flusses, weiter vom historischen Zentrum; oft gutes Preis-Leistungs-Verhältnis | Lokale Atmosphäre, Essen, Preis-Leistung |

Gute Nachricht: In Sevilla brauchen Sie kein Auto. Besser lassen Sie es sogar stehen – die Gassen der Altstadt sind sehr eng und Parken ist schwierig und teuer.
Zu Fuß geht es am besten. Große Teile des Zentrums, besonders Santa Cruz, sind Fußgängerzone, und fast alles Sehenswerte liegt in Laufnähe. Nebenbei bekommt man so das beste Gefühl für die Stadt.
Sevilla ist flach und hat ein ordentliches Radwegenetz – das Fahrrad ist eine sehr gute Option, gemietet oder über das städtische System Sevici.
Wenn Sie weiter außerhalb wohnen, funktioniert der öffentliche Nahverkehr gut. Busse sind günstig und verbinden das Zentrum mit Vierteln und Zielen wie Macarena oder Isla Mágica; Tickets gibt es im Bus oder am Kiosk. Dazu kommen eine Straßenbahn zwischen Plaza Nueva und Avenida de la Constitución sowie eine Metro, die Triana, Los Remedios, San Bernardo und Nervión anbindet.
Sevilla gilt als eine der heißesten Städte Europas, und die Zahlen bestätigen das: Laut AEMET liegt das Mittel der Höchstwerte im Juli bei 36 °C und im August bei 35,5 °C, mit Tagen deutlich über 40. Wer nicht ausgesprochen hitzefest ist, sollte den Hochsommer für Stadtbesichtigungen meiden.
Frühling und Herbst sind klar angenehmer: 23 °C im Mittel der Höchstwerte im April, 27 °C im Mai, 26 °C im Oktober. Vorsicht beim September, der noch 31,7 °C erreicht – der sevillanische Herbst beginnt faktisch im Oktober.
Wer im Frühling kommt, sollte die Reise nach Möglichkeit mit der Karwoche zusammenlegen, die hier eine besondere Dimension hat, oder mit der Feria de Abril zwei Wochen später. Beachten Sie, dass in diesen Zeiträumen die Unterkunftspreise stark anziehen und sehr früh ausgebucht ist.
Mehr Ideen für die Nebensaison finden Sie in unserem Beitrag zu den besten Herbstzielen mit garantierter Sonne.

Aus Deutschland ist der Flug am einfachsten, mit Direktverbindungen ab mehreren Flughäfen. Mit dem Auto ist es eine lange Strecke – gut 2.500 Kilometer ab Frankfurt, die man sinnvollerweise auf zwei bis drei Etappen verteilt, gern mit einem Zwischenstopp in Frankreich oder Nordspanien. Innerspanisch bringt Sie der AVE von Madrid in zweieinhalb Stunden nach Sevilla.
Einen Fährhafen hat Sevilla dagegen nicht: Der Guadalquivir ist zwar schiffbar, die Passagierlinien fahren aber von der Küste. Genau das wird interessant, sobald man weiterreisen will – drei bedeutende Häfen liegen weniger als zweieinhalb Autostunden entfernt.
Ab Huelva und Cádiz fahren die Fähren auf die Kanarischen Inseln, und ab Algeciras erreichen Sie Marokko in gut einer Stunde. Auf all diesen Verbindungen können Sie das Auto mitnehmen – ohne Gepäcklimit und ohne Check-in.
| Hafen | Entfernung von Sevilla | Fährverbindungen |
|---|---|---|
| Huelva | 100 km / 1 Stunde | Santa Cruz de Tenerife, Las Palmas |
| Cádiz | 120 km / 1 Std. 20 Min. | Arrecife, Las Palmas, Santa Cruz de La Palma, Santa Cruz de Tenerife, Puerto del Rosario |
| Algeciras | 195 km / 2 Std. 30 Min. | Ceuta, Tanger Med |
Wenn Sie die Reise bis nach Marokko verlängern, lesen Sie vorher unseren Beitrag zur Fähre von Spanien nach Marokko.
Lust auf weitere Städte? Ideen finden Sie in Städtereisen in Spanien im Winter – und alle verfügbaren Strecken in unserer Streckensuche.