Seoul Reiseführer
Reiseführer
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Die koreanische Hauptstadt Seoul (amtlicher Name: „Besondere Stadt Seoul“) ist eine der dynamischsten Städte der Welt. Antike Paläste stehen gleich neben gläsernen Wolkenkratzern, buddhistische Tempel liegen eingebettet zwischen leuchtenden Supermärkten, und Sterne-Küche wird auf unterirdischen Lebensmittelmärkten serviert.
Egal, ob Sie zum ersten Mal nach Seoul reisen oder die Stadt erneut besuchen, dieser Leitfaden enthält alles, was Sie wissen müssen – von der Landung am internationalen Flughafen Incheon bis hin zur optimalen Gestaltung Ihres letzten Abends in der Stadt.
Der internationale Flughafen Incheon zählt zu den besten Flughäfen der Welt. Von hier aus ist das Stadtzentrum in nur einer Stunde mit dem Airport Railroad Express (AREX) erreichbar, der direkte Verbindungen zum Hauptbahnhof Seoul und zum Bahnhof Hongik University bietet. Taxis und Flughafenbusse stehen ebenfalls ausreichend zur Verfügung.
Bevor Sie das Terminalgebäude verlassen, sollten Sie sich unbedingt eine T-Money-Karte besorgen. Die wiederaufladbare Karte funktioniert in der U-Bahn, in Bussen sowie in einigen Taxis und Supermärkten und spart Ihnen während Ihres Aufenthalts viel Zeit und Geld. Sie können die Karte an jeder U-Bahn-Station oder in jedem beliebigen Supermarkt in der ganzen Stadt aufladen.
Bitte beachten Sie, dass Google Maps in Südkorea aufgrund nationaler Beschränkungen der Kartendaten nur eingeschränkt funktioniert. Für einfache Suchen und Wegbeschreibungen ist es zwar geeignet, aber für die Routenplanung mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr unzuverlässig. Alternativ können Sie Naver Map oder Kakao Map vor Ihrer Ankunft herunterladen. Beide sind auf Englisch verfügbar und bieten Ihnen eine präzise Orientierung im hervorragenden öffentlichen Verkehrsnetz von Seoul.

Die U-Bahn in Seoul zählt zu den besten Stadtbahnnetzen der Welt und ist für ihre Sauberkeit, Pünktlichkeit und die gute Bedienbarkeit auf Englisch bekannt. Für viele Besucher, die im Zentrum von Seoul übernachten, ist die U-Bahn fast immer die schnellste Option. Busse sind auch eine Option, während Taxi-Apps wie Kakao T besonders für Fahrten in den späten Abendstunden praktisch sind.
Keine Seoul-Reise ist ohne einen Besuch des Gyeongbokgung-Palastes komplett. Er ist der größte und prächtigste der fünf Paläste aus der Joseon-Ära. Wir empfehlen, früh anzureisen, um die Wachzeremonie am Haupttor zu erleben – eine lebhafte, choreografierte Nachstellung, aufgeführt von Soldaten in traditioneller koreanischer Tracht. Und: Der Eintritt in den Palast ist in traditioneller Hanok-Kleidung frei. Diese können Sie in den zahlreichen Geschäften in der Nähe des Eingangs ausleihen.
Spazieren Sie anschließend vom Palast aus Richtung Nordosten. Dort erreichen Sie das Bukchon Hanok Village, ein Hangviertel mit wunderschön erhaltenen traditionellen Hanok-Häusern. Die engen Gassen bieten einige der meistfotografierten Ansichten der Stadt, besonders bei Sonnenaufgang, bevor die Touristenmassen eintreffen.
Ebenso spektakulär ist der Changdeokgung-Palast, ein UNESCO-Weltkulturerbe und – der Meinung vieler Einheimischer nach – der schönste Palast des Landes. Ein absolutes Highlight ist der Geheime Garten, eine 31 Hektar große Anlage mit Pavillons, Lotus-Teichen und uralten Bäumen. Jahrhundertelang diente die Oase als königlicher Rückzugsort. Der Geheime Garten kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden, die im Voraus gebucht werden muss.
Über dem Stadtzentrum erhebt sich der Namsan-Park, ein bewaldeter Hügel, der einen traumhaften Panoramablick auf die Hauptstadt bietet. Auf seinem Gipfel befindet sich der Seoul Tower mit einer Aussichtsplattform, die den Han-Fluss und die dahinterliegenden Berge überblickt. Sie erreichen den Gipfel bequem mit der Seilbahn von Myeongdong aus oder können durch den Park hinaufwandern – der Aufstieg dauert etwa 40 Minuten.
Der von Zaha Hadid entworfene Platz Dongdaemun Design Plaza (DDP) ist ein prestigeträchtiges Wahrzeichen zeitgenössischer Architektur und eines der wichtigsten Kreativzentren Seouls. In seinem weitläufigen, futuristischen Gebäude befinden sich Galerien, Ausstellungsräume und ein Designmuseum, das der pulsierenden zeitgenössischen Kunst- und Modeszene der Stadt gewidmet ist. Der Eintritt zum Gelände ist frei, für einzelne Ausstellungen müssen Sie ggf. bezahlen.
Für Kunstinteressierte ist auch das Leeum Museum of Art in Hannam-dong ein absolutes Muss. Die Sammlung umfasst traditionelle koreanische Keramik und buddhistische Kunst sowie hochkarätige moderne und zeitgenössische Werke. Noch dazu ist der von drei verschiedenen Architekten entworfene Gebäudekomplex ein Kunstwerk an sich.

Ikseon-dong ist ein Viertel in Jongno, das für seine Gassen aus dem frühen 20. Jahrhundert bekannt ist. Mit der Zeit entwickelte es sich zu einem der charakteristischsten Café- und Restaurantviertel der Stadt. Die engen Straßen sind von traditionellen Häusern gesäumt, in denen heute von klassischem koreanischem Tteok bis hin zu Kaffeespezialitäten alles zu finden ist. Das Viertel ist außerdem für sein Salzbrot bekannt, ein weiches, buttriges Brötchen mit einer dezenten herzhaften Note, das sich zu einem echten Food-Trend in Seoul entwickelt hat.
Seongsu-dong, oft mit New York City‘s Brooklyn verglichen, gilt als eines der führenden Kreativviertel Seouls. Viele der ehemaligen Fabrikgebäude wurden zu unabhängigen Kaffeeröstereien, Concept Stores, Galerien und Designstudios umfunktioniert. Das Viertel ist besonders für seine lebendige Street-Art-Szene bekannt, deren Wandmalereien den industriellen Gebäuden einen besonderen Charakter verleihen.
Wer einen Einblick in die innovative südkoreanische Einzelhandels- und Kulturszene gewinnen möchte, sollte die COEX Mall in Gangnam besuchen. Sie ist eines der größten unterirdischen Einkaufszentren Asiens. Im Inneren erwartet Sie u.a. die Starfield Library, eine atemberaubende architektonische Installation aus raumhohen Bücherregalen, die zu den meistfotografierten Innenräumen der Stadt zählt. Und das Beste daran: Der Eintritt ist frei.

Die Gastronomieszene Seouls zeichnet sich durch ihre Tiefe und Vielfalt aus und bietet ein breites Spektrum an Erlebnissen, die das reiche kulinarische Erbe und die moderne Kreativität der Stadt widerspiegeln.
Der Gwangjang-Markt ist einer der ältesten Lebensmittelmärkte Seouls. In dieser überdachten Passage reihen sich unzählige Essensstände aneinander, die Gerichte wie Bindaetteok (ein herzhafter Mungbohnenpfannkuchen), Mayak Gimbap (kleine Rollen aus gewürztem Reis, Karotten und eingelegtem gelbem Rettich, eingewickelt in Seetang) und frischen Fisch anbieten – ein spannendes Ziel für alle, die traditionelles koreanisches Streetfood entdecken möchten.
Der Namdaemun-Markt, der größte traditionelle Markt Seouls, ist ebenfalls einen Besuch wert. An zahlreichen Ständen findet man wirklich alles, von Kleidung und Textilien bis hin zu beliebten Streetfood-Gerichten wie Hotteok, einem süß gefüllten Pfannkuchen – und das alles zu sehr günstigen Preisen. Zum Abend hin ist der Nachtmarkt im Banpo Han River Park bei Einheimischen beliebt, vor allem in den Sommermonaten. Auch die Streetfood-Viertel in Hongdae und Sinchon sind bis spät in die Nacht gut besucht.
Frittiertes Hähnchen hat in der Esskultur Seouls einen besonderen Platz. Es wird typischerweise zweimal frittiert, um eine knusprige Textur zu bekommen, und anschließend mit Soßen wie Soja-Knoblauch oder Sweet Chili überzogen. Dazu trinkt man üblicherweise Bier, eine Kombination, die in Seoul als Chimaek bekannt ist. Während bekannte Ketten wie BBQ Chicken und Kyochon weit verbreitet sind, sind viele unabhängige Lokale in den Vierteln ebenso beliebt – wenn nicht sogar beliebter.
Nicht zuletzt sollte man die Einkaufsmöglichkeiten in den Convenience-Stores von Seoul nicht unterschätzen. Ketten wie GS25, CU und 7-Eleven bieten frisch zubereitetes Kimbap, Instant-Ramyeon aus eigener Herstellung, die bekannten Dreieckssandwiches sowie eine große Auswahl an warmen Snacks – und auch hier wieder alles zu sehr günstigen Preisen.
Ein Tagesausflug zur Insel Nami zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen. Die kleine, malerische Flussinsel liegt etwa 90 Minuten nordöstlich von Kambodscha und ist mit Zug und Fähre erreichbar. Sie zeichnet sich durch ihre wunderschönen Alleen aus, die besonders zur Kirschblüte Ende März und Anfang April ein atemberaubendes Bild bieten. Die Insel ist außerdem bekannt für ihre Verbindung zum beliebten koreanischen Drama „ Winter Sonata“.
Die historische Festungsstadt Suwon, das traditionelle Dorf Jeonju und die Küstenstadt Incheon (die selbst nur 30 Minuten vom Zentrum Seouls entfernt liegt) sind allesamt lohnende Ziele für Tagesausflüge.
Weitere Reisetipps finden Sie in unserem Ratgeber mit den besten Tipps und Tricks für internationale Reisen und in unserem Reiseführer zu den besten Reisezielen ohne lokale Sprachkenntnisse.

Google Maps ist in Südkorea durch nationale Sicherheitsgesetze eingeschränkt, die den Export detaillierter Kartendaten an ausländische Nutzer verbieten. Daher hat Google keinen Zugriff auf dieselben Kartendaten wie lokale Anbieter, was die Genauigkeit der Routenführung im öffentlichen Nahverkehr deutlich beeinträchtigt. Lokale Apps wie Naver Map und Kakao Map sind beide auf Englisch verfügbar und wesentlich zuverlässiger.
Einheimische nennen den Namsan-Park als einen der schönsten Orte der Stadt zum Entspannen. Die bewaldeten Hänge bieten ruhige Bänke mit Blick auf die Skyline, fernab vom Trubel der Innenstadt. Wer es etwas urbaner mag, findet an den grünen Ufern des Han-Flusses in Yeouido oder Banpo beliebte Treffpunkte für die Einwohner Seouls, die hier picknicken, Rad fahren und das wechselnde Licht über dem Wasser beobachten.
Eine Woche in Seoul bietet ausreichend Zeit, um die wichtigsten Paläste (Gyeongbokgung und Changdeokgung mit seinem Geheimen Garten), das Hanok-Dorf Bukchon, den Namsan-Park und den Seoul Tower, die Dongdaemun Design Plaza und das Leeum Museum of Art zu besichtigen. Verbringen Sie außerdem jeweils einen Nachmittag auf dem Gwangjang-Markt und dem Namdaemun-Markt.
Wir empfehlen, mindestens einen ganzen Tag für einen Bummel durch Ikseon-dong, Seongsu-dong und die Starfield Library im Coex Mall einzuplanen. Nehmen Sie sich einen Tag Zeit für einen Ausflug zur Insel Nami, genießen Sie am letzten Abend ein traditionelles Chimaek-Essen und schlendern Sie anschließend über den Hongdae-Nachtmarkt.
Die Auswahl an Gerichten, die man in Seoul unbedingt probieren sollte, ist schier unendlich, doch einige stechen als absolute Highlights hervor. Dazu gehören koreanisches Brathähnchen, das oft zusammen mit Bier in der beliebten Kombination Chimaek genossen wird, sowie Shabu Shabu, Bibimbap und Samgyeopsal, gegrillter Schweinebauch.
Weitere beliebte Gerichte sind Tteokbokki, ein würziges Reiskuchengericht, und Bindaetteok, ein herzhafter Mungbohnenpfannkuchen, der häufig auf dem Gwangjang-Markt angeboten wird. Besucher sollten außerdem kalte Naengmyeon-Nudeln sowie bekannte Streetfood-Spezialitäten wie Hotteok, Odeng und Tornado-Kartoffeln probieren. Und natürlich ist keine Reise nach Seoul komplett, ohne das beliebte Salzbrot aus Ikseon-dong zu probieren.
Für ein etwas gehobeneres kulinarisches Erlebnis ist ein koreanisches Barbecue in einem renommierten Restaurant ein Highlight.
Der Frühling (Ende März bis Anfang Mai) und der Herbst (September bis November) gelten allgemein als die beste Reisezeit für Seoul. Die Kirschblüte Ende März/Anfang April ist ein beeindruckendes und kulturell bedeutsames Naturschauspiel, begleitet von milden und angenehmen Temperaturen. Der Herbst zeichnet sich durch klaren Himmel, kühlere Temperaturen und ein leuchtendes Farbenspiel der Blätter in den Parks der Stadt aus.
Von Juni bis August ist es typischerweise heiß und feucht, im Juli herrscht Monsunzeit. Trotzdem bleibt die Stadt lebendig, und es finden zahlreiche Feste und Veranstaltungen statt. Der Winter, von Dezember bis Februar, ist kalt und trocken, doch der Schneefall verstärkt die Atmosphäre historischer Stätten wie der Paläste, und das Essen in Restaurants und kulturelle Aktivitäten werden besonders reizvoll.
In Seoul gilt die koreanische Standardzeit (KST), die UTC+9 entspricht. In Korea gibt es keine Zeitumstellung.
Hongdae, rund um die Hongik-Universität gelegen, gilt als Zentrum des Nachtlebens für junge Leute in Seoul. Es bietet Clubs, Live-Musik-Locations, Bars und Streetfood-Ständen, die bis spät in die Nacht geöffnet haben, und sorgt so für eine pulsierende Atmosphäre.
Itaewon ist bekannt für sein internationales Flair und die Vielfalt an Lokalen, die eine einladende Atmosphäre mit einer breiten Auswahl an Barstilen bieten. Gangnam, insbesondere die Viertel Apgujeong und Cheongdam, stehen hingegen für ein gehobeneres Nachtleben mit exklusiven Clubs und Lounges.
Für eine entspanntere Atmosphäre bietet Hannam-dong eine große Auswahl an Rooftop-Bars, während Yeonnam-dong mit seinen Weinbars und seinem kreativen, lockeren Ambiente immer beliebter wird.