Autofahren in Neuseeland
Reisetipps
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Schroffe Berggipfel neben glasklaren Fjorden, Vulkangestein gefolgt von einheimischer Vegetation, und Küstenstraßen, die entlang eines glasklaren Gewässers führen: Bei einem Roadtrip durch Neuseeland möchte man am liebsten alle fünf Minuten anhalten. Wie man all das am besten erlebt? Am Steuer, im eigenen Tempo, ohne festen Plan.
In diesem Leitfaden schauen wir uns von Verkehrsregeln und Geschwindigkeitsbegrenzungen bis hin zu den schönsten Routen alles an – Ihr Beifahrer für die bevorstehende Reise.
Um in Neuseeland fahren zu dürfen, benötigen Sie natürlich einen gültigen Führerschein. Reisende mit einem in Deutschland ausgestellten Führerschein müssen diesen beglaubigt ins Englische übersetzen lassen und diese Übersetzung mit sich führen. Wenn Ihr Führerschein nicht das lateinische Alphabet verwendet (z. B. arabische, chinesische, japanische oder koreanische Schrift), benötigen Sie zusätzlich zu Ihrem Originalführerschein einen internationalen Führerschein. Beantragen Sie diesen, bevor Sie Ihr Heimatland verlassen; er wird von der jeweiligen Straßenverkehrsbehörde ausgestellt und ist in der Regel schnell zu erhalten.

Für viele Reisende aus Deutschland ist das Fahren auf der linken Seite die größte Umstellung – vor allem Kreisverkehre, die in Neuseeland im Uhrzeigersinn befahren werden. Das heißt, man muss dem Verkehr, der sich bereits im Kreisverkehr befindet (und von rechts kommt), Vorfahrt gewähren. Die meisten Reisenden gewöhnen sich aber recht schnell an diese neue Fahrweise.
An unbeschilderten Kreuzungen haben Sie Vorfahrt vom rechten Weg. An T-Kreuzungen hat der Verkehr auf der geraden Straße Vorfahrt vor Fahrzeugen, die von der abzweigenden Straße abbiegen oder in diese einbiegen. Das ist für viele ausländische Besucher erstmal ungewohnt; seien Sie daher lieber etwas zu vorsichtig, wenn Sie sich an einer Kreuzung unsicher sind.
Überholen ist nur auf der rechten Seite erlaubt. Ausnahmen können gelten, wenn der Verkehr steht oder sehr langsam fließt und es eine dafür vorgesehene Fahrspur gibt. Auf Neuseelands vielen schmalen, einspurigen Straßen sind Überholmöglichkeiten selten, daher ist Geduld Ihr wichtigster Begleiter.
Die Nutzung von Handys in der Hand während der Fahrt ist in Neuseeland verboten. Das beinhaltet telefonieren, schreiben und die Nutzung von Apps. Verwenden Sie eine Freisprecheinrichtung oder halten Sie an, um Ihr Handy zu benutzen. Die Strafen sind empfindlich, und das ungewohnte Fahren in einem neuen Land erfordert Ihre volle Aufmerksamkeit.
In Neuseeland gilt eine Null-Promille-Grenze für Fahrer unter 20 Jahren und eine Promillegrenze von 0,5 Promille für Fahrer über 20 Jahre. Gehen Sie dieses Risiko bitte nicht ein! Zu den Strafen gehören hohe Geldstrafen, Führerscheinentzug und strafrechtliche Verurteilung.
In Neuseeland gilt innerorts eine Begrenzung von 50 km/h und auf Überlandstraßen eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h (sofern nicht anders angegeben). Auf vielen Touristenrouten, insbesondere in Fiordland, den Catlins und Northland, gibt es scharfe Kurven und unbefestigte Abschnitte, wo die empfohlene Höchstgeschwindigkeit deutlich niedriger ist.
In ganz Neuseeland – auch auf Landstraßen – sind Geschwindigkeitskameras und mobile Polizeieinheiten im Einsatz. Die Bußgelder beginnen bei 30 NZ$ (etwa 15 €) für geringfügige Verstöße und steigen schnell an. Wer die zulässige Höchstgeschwindigkeit um mehr als 40 km/h überschreitet, muss mit dem sofortigen Führerscheinentzug rechnen. Die Toleranz ist in Neuseeland extrem gering; manche Kameras reagieren bereits bei 4 km/h über dem Limit.

Da Roadtrips in Neuseeland so beliebt sind, gibt es hier einen großen Mietwagenmarkt mit Angeboten für jedes Budget, von günstigen Kleinwagen und kompakten SUVs bis hin zu voll ausgestatteten Wohnmobilen. Gerade auf der Südinsel bietet ein Wohnmobil enorme Freiheit: Man ist nie weit von einem Campingplatz des Department of Conservation (DOC) entfernt und muss sich nicht an jedem Halt um eine Unterkunft kümmern.
Große internationale Anbieter wie Hertz, Avis und Budget haben Niederlassungen an den Flughäfen Auckland, Wellington und Christchurch. Lokale Spezialisten wie Jucy, Britz und Maui bieten günstige Wohnmobil-Angebote. Prüfen Sie immer, ob Ihr Mietvertrag eine Vollkaskoversicherung (Collision Damage Waiver, CDW) beinhaltet und wie hoch die Selbstbeteiligung ist. Die Standard-Selbstbeteiligung kann 3.000 NZ$ (ca. 1.500 €) oder sogar mehr betragen, daher kann sich ein höherer Mietpreis bei geringerer Selbstbeteiligung sehr lohnen.
Top-Tipp: Buchen Sie Ihren Mietwagen in der Hauptsaison (Dezember bis Februar) und in den Schulferien frühzeitig. Beliebte Wohnmobile und Geländewagen sind Monate im Voraus ausgebucht, insbesondere für Touren auf der Südinsel.
Achtung: Neuseelands Straßen reichen von gut ausgebauten, mehrspurigen Autobahnen bis hin zu unbefestigten Schotterpisten. Viele malerische Strecken, darunter die Skippers Canyon Road bei Queenstown und Abschnitte des Lewis Pass, sind ausdrücklich von den Mietverträgen ausgeschlossen. Prüfen Sie daher vor Reiseantritt unbedingt die Liste der gesperrten Straßen bei Ihrem Anbieter.
Das Wetter kann die Straßenverhältnisse schnell verändern, insbesondere in den alpinen Gebieten der Südinsel. Der Haast Pass, die Crown Range und der Lewis Pass können bei starkem Schneefall im Winter (Juni bis August) gesperrt sein. Informieren Sie sich vor Fahrten über Bergpässe in den Wintermonaten auf der Website der New Zealand Transport Agency (NZTA) oder im Reiseplaner von Waka Kotahi. Das Mitführen von Schneeketten ist auf einigen Alpenstraßen von Juni bis Oktober Pflicht.
| Route | Länge | Highlights |
|---|---|---|
| Milford Road (SH94) | 119 km | Die dramatischste Landschaft Fiordlands; Homer-Tunnel |
| The Crown Range Road | 45 km | Neuseelands höchstgelegene asphaltierte Straße; Panoramablick auf Queenstown |
| Pacific Coast Highway (SH35) | 330 km | Das Herzstück der Māori; zerklüftete Küste; Leuchtturm am Ostkap |
| Forgotten World Highway (SH43) | 155 km | Abgelegenes Hinterland von Taranaki; Brückentunnel |
| The Haast Pass (SH6) | 145 km | Vom Regenwald der Westküste bis nach Central Otago in einer Reise |
| Coromandel Peninsula | ~200 km Rundweg | Cathedral Cove, Hot Water Beach, Kauri-Wälder |
Top-Tipp: Die Milford Road ist vielleicht die spektakulärste 119 Kilometer lange Autobahn der Welt und lässt sich am besten im Morgengrauen erleben, bevor die Touristenbusse abfahren.
Weitere Reiseinspiration finden Sie in unserem Artikel über die 10 besten Reiseziele in Neuseeland.
Benzin und Diesel sind in den Städten weit verbreitet. Auf ländlichen Strecken, insbesondere an der Westküste der Südinsel, können die Entfernungen zwischen Tankstellen allerdings 100 km oder mehr betragen. Tanken Sie daher immer, wenn sich die Gelegenheit bietet, und nehmen Sie immer einen kleinen Reservekanister mit. Die Kraftstoffpreise in Neuseeland sind im internationalen Vergleich moderat, steigen jedoch in abgelegenen Gebieten.
Parken in den Stadtzentren von Auckland und Wellington kann teuer und umkämpft sein. In den meisten Städten außerhalb der Metropolen gibt es kostenlose oder sehr günstige Parkmöglichkeiten. Gelbe Linien bedeuten Parkverbot; gestrichelte gelbe Linien bedeuten eingeschränktes Parken zu bestimmten Zeiten. Laden Sie die Apps ParkMate oder PayMyPark herunter, um bequem in der Stadt zu bezahlen.

| Polizei, Feuerwehr oder Krankenwagen | 111 |
| Verkehrsunfälle, die keine Notfälle sind | 105 (neuseeländische Polizei) |
| Die Pannenhilfe des ADAC (AA) | 0800 500 222 |

Die meisten Standardmietwagen können auf den Fähren der Cookstraße mitfahren. Bitte sprechen Sie das mit Ihrer Autovermietung ab. Einige Anbieter verlangen eine Voranmeldung, andere erlauben die Fährüberfahrten nicht. Buchen Sie Ihren Fahrzeugstellplatz separat bei der Buchung Ihres Passagiertickets, da die Stellplätze an Deck oft lange vor der Passagierkapazität ausgebucht sind, insbesondere im Sommer. Die Fährüberfahrt von Wellington nach Picton dauert mit Interislander oder Bluebridge etwa 3 Stunden 30 Minuten.
Für die meisten Wohnmobile ist kein spezieller Führerschein erforderlich. Ein normaler PKW-Führerschein gilt für Fahrzeuge bis 6.000 kg, wozu auch die meisten Miet-Wohnmobile zählen. Größere Fahrzeuge benötigen unter Umständen einen Führerschein der Klasse 2; die Anbieter weisen jedoch bei der Buchung ausdrücklich darauf hin. Wenn Sie autark campen möchten, benötigen Sie lediglich den Nachweis, dass Ihr Wohnmobil über eine gültige Bescheinigung über die Selbstversorgung verfügt.
Insbesondere Landstraßen sollten Sie im Dunkeln eher vermeiden. Viele der neuseeländischen Highways sind unbeleuchtet, haben keine Fahrbahnmarkierungen und führen durch Gebiete, in denen Nutztiere und gelegentlich auch Wildtiere unvorhergesehen die Straße überqueren. Wenn Sie mit einem späten internationalen Flug ankommen und einen Mietwagen abholen, empfiehlt es sich eher, in der Nähe des Flughafens zu übernachten und Ihre Fahrt am nächsten Morgen ausgeruht fortzusetzen.
Rufen Sie zuerst die 24-Stunden-Notfallnummer Ihres Mietwagen-Anbieters an. Die Nummer finden Sie in Ihrem Mietvertrag. Die meisten Fahrzeuge sind durch den Pannendienst des ADAC (0800 500 222) abgedeckt. Sollten Sie keinen Mobilfunkempfang haben, bleiben Sie bei Ihrem Fahrzeug, machen Sie es mit Warnblinker oder einem hellen Gegenstand sichtbar und warten Sie auf vorbeifahrenden Verkehr. Auch auf den abgelegenen Straßen Neuseelands herrscht reger Verkehr, und Einheimische helfen Ihnen gerne.
In Neuseeland gibt es nur wenige mautpflichtige Straßen, die sich alle auf der Nordinsel befinden, z. B. die Northern Gateway Toll Road nördlich von Auckland sowie der Tauranga Eastern Link und der Takitimu Drive in Tauranga. Die Mautgebühren werden nicht an Mautstellen entrichtet, sondern online auf der Website der NZTA innerhalb von fünf Tagen nach Reiseantritt. Mietwagenfirmen übernehmen dies gegen eine geringe Bearbeitungsgebühr, oder Sie bezahlen direkt selbst, um den Aufpreis zu vermeiden.
Neuseelands Straßen sind nicht nur ein Mittel zum Zweck – sie sind ein Erlebnis. Egal ob Sie sich für eine Insel entscheiden oder zwischen Nord- und Südinsel mit der Fähre reisen, mit einem Fahrzeug lässt sich Neuseeland auf ganz eigene Art und Weise erkunden.
Schauen Sie auf unserem Blog vorbei, um weitere Reiseinspiration für Neuseeland zu finden, und buchen Sie Ihre Fähre rechtzeitig – egal ob von Wellington nach Picton oder für einen Tagesausflug auf die umliegenden Inselchen.