Island im Sommer
Reisetipps
Reisetipps
Für viele Reisende ist Island eine Winter-Destination: Schnee, wohin das Auge reicht, tanzende Polarlichter und endlose Landschaften. Doch auch im Sommer ist die Insel ein atemberaubendes Land. Da Island so dünn besiedelt ist, steht die Natur im Vordergrund – und die ist hier so beeindruckend wie sonst nirgends, egal zu welcher Jahreszeit. Der Vorteil eines Sommerurlaubs in Island ist, dass weniger Schnee liegt, was den fast uneingeschränkten Zugang zu allen Gebieten und Attraktionen bietet. Welche das sind, zeigen wir Ihnen in diesem Artikel.
Auch in den Sommermonaten ist das Wetter auf Island wechselhaft und mild. Die Temperaturen bewegen sich zwischen 10 °C und 20 °C, nicht selten erleben Sie Sonne, Wind und Regen in einem Tag. Daher sagt man in Island: „Wenn Ihnen das Wetter nicht gefällt, warten Sie 5 Minuten!“
Packen Sie also in jedem Fall für den Zwiebellook und nehmen Sie außerdem wasserfeste Schuhe und Jacken mit. Auch Wanderschuhe und -rucksäcke können sich lohnen; da die isländische Natur weitläufig und voller fantastischer Erkundungsmöglichkeiten ist, werden Sie wahrscheinlich viel laufen.
Wichtig zu beachten! Im Mai und Juni sind viele Hochlandstraßen (die sogenannten F-Straßen), die ins Landesinnere führen, zum Schutz der Natur gesperrt. Auch einige Fjorde und Gebirgspässe sind im Mai teils noch gesperrt, da der abtauende Schnee größere Risiken birgt. Ein Sommerbesuch in Island lohnt sich also vor allem zwischen Juli und September, gerade dann, wenn Sie die Fjorde und Berglandschaften erkunden möchten.

Im Gegensatz zu den Hochlandstraßen ist die Ringstraße ganzjährig befahrbar. In Island heißt die Straße „Hringvegur“ (zu Deutsch Ringstraße) oder auch Þjóðvegur 1 (zu Deutsch Nationalstraße 1). Sie ist etwa 1.320 km lang und führt einmal rund um die Insel herum, mit Ausnahme der Westfjorde. Viele Reisende mieten sich vor Ort ein Auto oder ein Wohnmobil und erkunden Island über die Ringstraße in ihrem eigenen Tempo – eine ideale autonome Reiseart, da viele beliebte Sehenswürdigkeiten und Naturschauplätze über die Straße zu erreichen sind.

Aufgrund der Nähe zum nördlichen Polarkreis sind die Zeiten von Helligkeit und Dunkelheit auf Island etwas anders, als man es aus Mitteleuropa kennt. Ab der Sommersonnenwende am 21. Juni wird es bis in den August hinein nie ganz dunkel, die Sonne leuchtet auch in den Abend- und Nachtstunden knapp über dem Horizont. In dieser Zeit gibt es z. B. nächtliche Touren zu Land und zu Wasser, die eine magische, fast unwirkliche Atmosphäre zaubern. Oft werden diese z. B. als Quad-Touren oder Wal-Beobachtungstouren angeboten.
Das Gegenteil der Mitternachtssonne ist übrigens die Polarnacht. Im Dezember und Januar wird es in Island nie wirklich hell; „Helligkeit“ bedeutet in diesem Zeitraum, dass das Schwarz der Nacht für vier bis fünf Stunden pro Tag einem dunklen Blau weicht.
Aufgrund der konstanten Helligkeit kann man die Polarlichter (Aurora Borealis) in Island im Sommer leider nicht sehen. Die Saison ist zwischen September und März, die größten Chancen haben Sie während der Polarnacht.
Die „Golden Circle”-Tour (Goldener Kreis, auf Isländisch Gullni hringurinn) beginnt und endet in Reykjavík und ist die beliebteste Sightseeing-Tour in Island. In dieser geführten Tour legen Sie an einem Tag ganze 300 km zurück – und sehen dabei diese faszinierenden Gebiete:
Die Tour dauert etwa sechs bis acht Stunden und führt während der Fahrten zwischen den Attraktionen an beeindruckenden Landschaften vorbei. Zudem sind natürlich Pausen eingeplant, in denen Sie sich in lokalen Restaurants stärken können. Neben den drei klassischen Stopps gibt es bei einigen Anbietern außerdem optionale Erweiterungen bzw. längere Touren. Diese führen zum Beispiel zum Vulkan-Krater Kerid, den Schauplätzen der Serie Game of Thrones oder bieten auf bestimmten Abschnitten die Möglichkeit, die Landschaft per Pferd zu erkunden.
Etwa 60 % der weltweiten Population an Papageientauchern lebt in Island. Zwischen April und August brüten die süßen Vögel mit den orangenen Schnäbeln an den Küsten. Besonders gut kann man die Lundi, wie sie auf Isländisch heißen, an der Ostküste im Gebiet Borgarfjördur Eystri oder auf der südlich vorgelegenen Inselgruppe Vestmannaeyjar (Westmännerinseln) beobachten.
Auf einer Halbinsel im Nordwesten der Insel befinden sich die Westfjorde (Vestfirðir). Sie sind über eine Landzunge mit dem Rest Islands verbunden und die perfekte Region zum Wandern, Klettern, Mountainbiken, Paragliding und mehr. Zudem sind sie ein beliebtes Angler-Gebiet und ermöglichen die Erkundung per Kajak oder Boot.
Vom Hafen Stykkisholmúr aus verkehren Fähren zur kleinen Insel Flatey sowie nach Brjánslækur, von wo aus viele Touren durch die Westfjorde starten.
| Strecke | Dauer | Häufigkeit |
|---|---|---|
| Stykkisholmúr – Flatey | 1 Stunde 30 Minuten | 5 Fahrten pro Woche |
| Flatey – Brjánslækur | 1 Stunde | 5 Fahrten pro Woche |
| Stykkisholmúr – Brjánslækur | 2 Stunden 30 Minuten | 8 Fahrten pro Woche |
Top-Tipp: Auf dem Weg von Flatey nach Brjánslækur kommt man an der Insel Hafnarhólmi vorbei, wo man mit etwas Glück Papageientaucher sehen kann!

Etwa 140.000 Menschen leben in Islands Hauptstadt Reykjavík. Die meisten Reisenden nutzen die Stadt für ihre Unterkunft und entdecken die Insel von hier aus. Doch Reykjavík selbst hat ebenfalls viel zu bieten. Dazu zählen z. B. das Nationalmuseum, das die Geschichte des Landes sowie Kunstwerke und Sammelobjekte zeigt; die beeindruckende Kirche Hallgrímskirkja, die kurvenartig in die Höhe ragt; das Konzert- und Konferenzhaus Harpa direkt am Hafen; und der Botanische Garten.
Wer die Ringstraße zur Erkundung des Landes nutzt, kommt nach einer langen Strecke quasi ohne Zivilisation in Akureyi wieder unter Menschen. Hier leben ca. 20.000 Menschen – für isländische Verhältnisse eine Großstadt. Auch hier gibt es eine wunderschöne Kirche (Akureyrarkirkja), mehrere Museen und einen Botanischen Garten. Zudem liegt sie am südlichen Ende des Eyjafjörður Fjord, der bis zu 60 km tief ist.

Island ist ganzjährig ein wunderschönes Reiseziel. Dabei sollte man die Vielfalt des Sommers nicht unterschätzen. Das Phänomen der Mitternachtssonne, die aufblühende Natur und die herzlichen Menschen machen eine Reise zu diesem nördlichen Land zur wahren Freude. Planen Sie jetzt Ihren nächsten Sommerurlaub der besonderen Art und buchen Sie Ihre Fähren bei Direct Ferries.